Fahrerassistenzsysteme mit CSC Tool kalibrieren

Demonstration von Wirkung der Fahrerassistenzsysteme eines Fahrzeugs auf der Autobahn
Viele Fahrerassistenzsysteme müssen nach einer Fahrzeugreparatur neu kalibriert werden.

Um Fahrerassistenzsysteme nach einer Reparatur wieder korrekt nutzen zu können, muss man sie kalibrieren. Wir informieren Sie heute wieso die Kalibrierung so wichtig ist und welche verschiedenen Lösungen es dafür gibt.

Was für Fahrerassistenzsysteme gibt es?

Im Gastbeitrag von Janus Schulz wurde bereits viel über Fahrerassistenzsysteme gesagt. Es gibt kamerabasierte Fahrerassistenzsysteme, Einparksensoren, Multikollisionsbremse, automatische Distanzregelung (ACC), Regensensoren, Beschlagsensoren, Spurhalteassistenz, Nachtsichtkamera, Notbremssystem und Lichtsensor. Und das ist nur eine Auswahl der immer mehr werdenden Fahrerassistenzsysteme im Fahrzeug.

Wann müssen Fahrerassistenzsysteme kalibriert werden?

Nach verschiedenen Reparaturen des Fahrzeugs muss die Kalibrierung der Fahrerassistenzsysteme erfolgen. Erfolgt dies nicht, ist die korrekte Funktion nicht mehr gegeben. Nach dem Ersetzen der Frontscheibe muss zum Beispiel das Kamerasystem, welches meist direkt dahinter sitzt,  justiert und kalibriert werden, denn eine Fehleinstellung von einem Grad ergibt auf 100m eine Abweichung von 1,75m. Die Unfallgefahr steigt. Wurden Teile der Karosserie ausgetauscht oder auch nur aus- und wieder eingebaut, beispielsweise die Frontschürze, müssen die Radarsysteme kalibriert werden.

Auch nach dem Verstellen der Spur der Hinterachse muss man kalibrieren, denn viele verschiedene Fahrerassistenzsysteme wurden aufgrund ihrer hohen Präzisionsanforderungen nicht auf die Karosserie, sondern auf die Hinterachse, sprich parallel zur geometrischen Fahrachse, ausgerichtet.

Selbstjustierung der Steuergeräte

Während die Programmierung von einfacheren Sensoren wie Höhen-, Lenkwinkel- oder Regensensoren über ein Diagnosegerät erfolgen kann, besitzen viele Kamerabasierte Systeme eine Selbstjustierung der Steuergeräte. Dabei ist zu beachten, dass diese nur innerhalb eines gewissen Regelfensters funktionieren. Der Tausch der Frontscheibe reicht in der Regel aus um die Kameraposition zu verändern und das Regelfenster zu durchbrechen. Genaues Kalibrieren der 3D-Sensoren mit einem CSC-Tool wird notwendig.

Statische Kalibrierung mit CSC Tool

Um eine statische Kalibrierung durchzuführen benötigt man ein CSC-Tool (Camera Sensor Calibration Tool) und ein Diagnosegerät. Dieses beschreibt Schritt für Schritt, wie eine Kalibrierung durchgeführt wird.

Zuerst wird der Tester mit dem Fahrzeug verbunden und das korrekte Fahrzeug wird ausgewählt.  Danach die CSC-Wand in die richtige Position gestellt und die Messköpfe werden an der Vorderachse angebracht. Das Diagnosegerät gibt an, welcher Abstand vom Radmittelpunkt der Vorderachse zur Kalibrierungstafel eingehalten werden muss.

Nach erneuter Ausrichtung des Fahrzeugs werden die Radaufnehmer an den Hinterrädern angebracht und mithilfe der Libelle ausgerichtet. Danach wird mit den Lasern der Radaufnehmer die Skalen des Justagebalkens anvisiert und alles so eingestellt, dass beide Skalen den gleichen Wert ausweisen. Anschließend wird mit Hilfe des Lineals an am Grundträger und einer 0-Punkt-Justierung an der Rückseite des Gestells  der Höhenwert des CSC-Tools bestimmt und anschließend ausgemittelt.

Nun wird noch an allen Rädern die Höhe der Radlaufkante bis zum Boden gemessen und im Diagnosegerät eingetragen. Schon kann der Kalibriervorgang starten. Hierbei gleicht das Kamerasteuergerät nun automatisch das hinterlegte Sollbild mit dem Istbild der Tafel ab. Abschließend gibt es die Information, ob die Kalibrierung erfolgreich war oder die Einstellungen erneut geprüft werden müssen.

Der Vorteil der statischen Kalibrierung ist hierbei, dass keine langen Probefahrten nötig sind und das Einstellen einfach direkt in der Werkstatt erfolgen kann.

Dynamische Kalibrierung

Als Alternative zur statischen Kalibrierung bietet sich die dynamische Kalibrierung an. Diese Einmessfahrt  erfolgt mit einem Diagnosegerät, welches während der Fahrt genaue Angaben zum Beispiel zur Fahrgeschwindigkeit und zu Stopps liefert. Diese Vorgaben müssen eingehalten werden um eine genaue Kalibrierung zu erhalten.

Der Nachteil der dynamischen Kalibrierung ist die Zeit, die für die Einmessfahrt benötigt wird. Da gewisse Bedingungen gegeben sein müssen,  deutlich sichtbare Straßenmarkierungen oder eine staufreie Fahrstrecke, wie z.B. eine Landstraße, kann die Fahrt viel Zeit beanspruchen.  Auch Regen beeinträchtigt die Justage und macht die dynamische Kalibrierung damit schwierig.

Welche Kalibrierungsmöglichkeiten nutzen Sie am Liebsten? Wir freuen uns Ihre Kommentare.

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